Behandlungen · 7 Min. Lesezeit
Wurzelbehandlung: So läuft eine moderne Endodontie ab
Zahn erhalten statt ziehen — der Ablauf einer heutigen Wurzelkanalbehandlung Schritt für Schritt.

Warum eine Wurzelbehandlung nötig wird
Wenn der Zahnnerv durch tiefe Karies, ein Trauma oder eine wiederholte Reizung entzündet oder abgestorben ist, verhindert die Wurzelbehandlung die Ausbreitung der Bakterien in den Kieferknochen — und rettet den eigenen Zahn.
1. Diagnostik
Sensibilitätstest, Röntgenaufnahme, bei komplexer Anatomie zusätzlich ein 3D-Röntgen (DVT). So wird die Wurzelanatomie präzise dargestellt.
2. Betäubung und Isolation
Unter lokaler Betäubung wird der Zahn mit einem Gummituch (Kofferdam) isoliert — so bleibt das Arbeitsfeld keimfrei und Spülflüssigkeiten gelangen nicht in den Mund.
3. Aufbereitung
Manuelle und maschinelle Feilen entfernen entzündetes Gewebe. Elektronische Längenmessung und Röntgen bestätigen die exakte Arbeitslänge.
4. Desinfektion
Antibakterielle Spülungen (u. a. Natriumhypochlorit) reinigen die verzweigten Kanalsysteme. Häufig wird eine medikamentöse Einlage für einige Tage eingebracht.
5. Wurzelfüllung
Die trockenen, desinfizierten Kanäle werden bakteriendicht mit thermoplastischem Guttapercha und einem Sealer gefüllt.
6. Aufbau und Krone
Ein wurzelbehandelter Zahn wird meist mit einem Aufbau versorgt und anschließend überkront — das schützt vor Frakturen und sichert das Ergebnis langfristig.
Häufige Fragen zum Thema
Tut eine Wurzelbehandlung heute noch weh?
Unter lokaler Betäubung ist die Behandlung schmerzfrei. In den ersten Tagen danach kann der Zahn empfindlich reagieren — meist gut mit Ibuprofen kontrollierbar.
Wie hoch ist die Erfolgsquote?
Bei sorgfältig durchgeführter Behandlung unter Kofferdam liegen die Erfolgsraten für Erstbehandlungen bei über 90 Prozent.